Kommissionsvorschlag zum Verbot von Neonicotinoiden zustimmen

Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag zum Verbot von Insektiziden mit den meistgenutzten Wirkstoffen aus der Gruppe der Neonicotinoide vorgelegt. Eine im Februar 2018 von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte Risikobewertung dieser Stoffe hat die großen Gefahren für Bienen noch einmal bestätigt. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt das Vorhaben der EU-Kommission und fordert die Bundesregierung entsprechend auf, dem Vorschlag für ein Verbot im Rat der EU zuzustimmen.

„In Übereinstimmung mit der Positionierung des Bundesumweltministeriums unterstützten wir als SPD-Bundestagsfraktion die Initiative der Europäischen Kommission und fordern hiermit die Bundesregierung auf, sich für ein Verbot der Freilandanwendung auf EU-Ebene einzusetzen und die Vorschläge der EU-Kommission zuzustimmen. Unser Ziel ist, die Landwirtschaft in Deutschland umweltverträglicher zu gestalten. Die Anwendung von Neonicotionoiden ist mit diesem Ziel nicht vereinbar.
Neonicotinoide gelten als einer der großen Verursacher des Insektensterbens der letzten Jahrzehnte. Daher ist seit 2007 die Anwendung von Insektiziden, die die Neonicotinoide Imidacloprid, Thiamethoxam oder Clothianidin enthalten, in Deutschland und seit 2013 auch in der EU für einige Pflanzen bereits untersagt. Die Europäische Kommission geht nun noch einen Schritt weiter, indem sie diese drei Stoffe generell für die Freilandanwendung verbieten möchte. Denn, wie die aktuelle Risikobewertung der EFSA zeigt, bestehen durchaus noch maßgebliche Lücken im Schutz der Bienen. Auch der Einsatz der drei Neonicotinoide beim Anbau von Pflanzen wie Salat, Endivien oder Zuckerrüben, die bislang weder vom Teilverbot in der EU, noch von jenem in Deutschland erfasst sind, birgt für Bienen und Hummeln hohe Risiken. Dies kann angesichts der bereits stark zurückgegangen Bestandszahlen und der wichtigen Rolle, die Bienen gerade auch für die Landwirtschaft spielen, nicht weiter tatenlos hingenommen werden.“

Pressekontakt: Herr Marin Yotov, rita.hagl-kehl.ma01@bundestag.de