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Arbeitsmarkt in der Region trotzt der Corona-Krise

Im Rahmen eines Besuches tauschten sich Rita Hagl-Kehl, SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin, und Peter Weindl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Deggendorf, über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt und die Schwierigkeiten von Unternehmen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen aus.

Vor allem durch das Kurzarbeitergeld konnten viele Arbeitsplätze erhalten werden.

Peter Weindl

„Ich bin froh, dass wir Arbeitssuchenden, Ausbildungssuchenden und Betrieben bald wieder eine persönliche Beratung vor Ort bieten können, die wir aufgrund der Corona-Pandemie bis jetzt nur digital oder telefonisch anbieten konnten“, erzählte Peter Weindl bereits zu Beginn. Insgesamt sei der Agenturbezirk Deggendorf, zu dem die Landkreise Deggendorf, Straubing-Bogen und Regen sowie die Stadt Straubing zählen, aber gut durch die Krise gekommen. „Vor allem durch das Kurzarbeitergeld konnten viele Arbeitsplätze erhalten werden. Mittlerweile gehen die Arbeitslosenzahlen wieder kontinuierlich zurück. So lag die Arbeitslosenquote in unserem Bezirk im Juni nur noch bei 3,2 Prozent, womit wir knapp unter dem Durchschnitt in Bayern mit 3,4 Prozent und deutlich unter dem Schnitt in Deutschland von 5,7 Prozent liegen“, ergänzte Weindl. Von den vorgestellten Zahlen zeigte sich Rita Hagl-Kehl erfreut: „Die Maßnahmen im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben viele Wirtschaftsbereiche vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Dass unsere staatlichen Hilfsmaßnahmen offensichtlich gewirkt haben und so viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Stellen behalten konnten, können wir auch im internationalen Vergleich als großen Erfolg werten.“

Das stellt jetzt für ausbildende Betriebe ein Problem dar.

Rita Hagl-Kehl

Der Blick auf den Ausbildungsmarkt gestaltet sich derzeit hingegen schwieriger. „Aktuell sind in unserem Bezirk von Unternehmen 3.360 Ausbildungsstellen ausgeschrieben. Bewerber gibt es aber nur 1.587. Das bedeutet, dass viele Stellen nicht mit jungen Erwachsenen besetzt werden können“, berichtete Peter Weindl. Dazu Rita Hagl-Kehl: „Aufgrund der Corona-Pandemie und dem damit verbundenen Mangel an Praktikumsplätzen, sowie der allgemein unsicheren Lage im letzten Jahr, haben sich viele nach dem Abschluss zunächst für ein Studium oder eine andere schulische Weiterbildung entschieden. Das stellt jetzt für ausbildende Betriebe ein Problem dar.“ Allerdings müsse generell eine gute Ausbildung wieder mehr Wertschätzung erfahren und gefördert werden, so Hagl-Kehl.

Abschließend diskutierten beide noch über den Transformationsprozess, den die Arbeitswelt derzeit durchläuft. „Die Digitalisierung schreitet unaufhörlich voran. Zudem laufen immer mehr Prozesse autonom ab oder werden von Maschinen übernommen. In diese Zukunft müssen wir alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, egal welchen Alters oder mit welcher Qualifizierung, mitnehmen“, machte Rita Hagl-Kehl deutlich. Die Agentur für Arbeit hat hierauf bereits mit verschiedenen Maßnahmen reagiert: „Unter anderem mit unserer Qualifizierungsoffensive versuchen wir die Weiterbildung von Arbeitssuchenden weiter zu forcieren und auf die Anforderungen der zukünftigen Arbeitswelt vorzubereiten“, berichtete Peter Weindl am Ende des Gesprächs.