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Brauereien stehen vor großen Herausforderungen

Die Dampfbierbrauerei in Zwiesel ist überregional bekannt für ihr Bier und ihre Tradition. Im Gespräch mit Rita Hagl-Kehl, SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin, und Dennis Schötz, SPD-Bundestagskandidat für den Wahlkreis Straubing, schilderten die Inhaber Mark und Elisabeth Pfeffer die Situation in der Corona-Pandemie und die Herausforderungen, die insbesondere auf kleinere Brauereien zukommen.

Die Konkurrenz ist in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich härter geworden.

Mark Pfeffer

„Kleinere Brauereien wie wir generieren ihren Umsatz vor allem über Gastronomie und Veranstaltungen. Der Corona-Lockdown hat uns deshalb im Verhältnis noch härter getroffen als unsere größeren Konkurrenten, die deutschlandweit oder sogar global agieren“, schilderte Mark Pfeffer, Inhaber der Dampfbierbrauerei in fünfter Generation. Doch auch abseits der Corona-Pandemie stehe die „Brauereien-Landschaft“ vor einem Transformationsprozess. „Die Konkurrenz ist in den letzten zwei Jahrzehnten deutlich härter geworden“, so Mark Pfeffer weiter.

Wie bei vielen anderen kleinen Brauereien konnte auch hier der Betrieb durch unsere staatlichen Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise unterstützt werden.

Rita Hagl-Kehl

Die 1. Dampfbierbrauerei in Zwiesel wurde bereits 1889 von Wolfgang Pfeffer gegründet und braut seitdem das typische Zwieseler Dampfbier nach unveränderter Rezeptur. „Die Zwieseler Dampfbierbrauerei ist eine der bekanntesten Brauereien in der Region und beliebtes Ausflugsziel für Urlauber. Wie bei vielen anderen kleinen Brauereien konnte auch hier der Betrieb durch unsere staatlichen Hilfsmaßnahmen in der Corona-Krise unterstützt werden. So konnten insgesamt viele kleine, oftmals noch in Familienbesitz befindliche Unternehmen vor dem finanziellen Ruin bewahrt werden“, sagte Rita Hagl-Kehl während des kurzen Rundgangs. Neben den üblichen Corona-Hilfen wurden Brauereien zusätzlich dadurch unterstützt, dass sie ihr aufgrund des Lockdowns abgelaufenes Bier ebenfalls als Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe absetzen konnten. Dies betraf in erster Linie Fassbier für Gastronomie und große Veranstaltungen.

Wir müssen uns darum weiterhin für das bayerische Kulturgut einsetzen, damit die daran hängenden Existenzen auch in Zukunft gesichert sind.

Dennis Schötz

Neben Corona gibt es für die Branche aber auch weitere Herausforderungen: „Kleinere Traditionsbrauereien stehen unter einem gewaltigen Kostendruck. Auf der einen Seite durch die Konkurrenz der multinational tätigen Platzhirschen, auf der anderen Seite durch die in den letzten Jahren stark zunehmende Zahl an neuen Startups. Dies belebt zwar die Vielfalt, setzt uns natürlich aber weiter unter Druck“, berichtete Mark Pfeffer. Auch die sinkende Zahl kleinerer Eckkneipen und Gasthöfe, besonders auf dem Land, senke den Absatz, wie Dennis Schötz abschließend ergänzte: „Besonders Brauereien wie die Zwieseler Dampfbierbrauerei, die hauptsächlich regionale Absatzmärkte haben, verlieren dadurch Kunden. Wir müssen uns darum weiterhin für das bayerische Kulturgut einsetzen, damit die daran hängenden Existenzen auch in Zukunft gesichert sind.“