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Zu Besuch in der Berufsschule Waldkirchen am EU-Projekttag

Jedes Jahr am 9. Mai feiert die Europäische Union den Europatag. Dieser Gedenktag erinnert an die historische Erklärung des damaligen französischen Außenministers Robert Schuman aus dem Jahre 1950. Schuman rief damit zu einer Neuordnung der Beziehungen zwischen den Staaten Europas nach zwei verheerenden Weltkriegen auf, insbesondere zwischen den beiden Ländern Frankreich und Deutschland. Dies ist sicher ein guter Anlass, das Thema Europa jungen Menschen nahe zu bringen. Aus diesem Grund hat unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits zu Beginn ihrer Amtszeit einen EU-Projekttag ins Leben gerufen. Diesen Tag nutzen viele Politikerinnen und Politiker, um den Kontakt zur jungen Generation zu stärken und den Europagedanken an Schülerinnen und Schüler weiter zu geben.

Das Berufliche Schulzentrum Waldkirchen konnte an diesem Tag einen hohen Gast begrüßen, besuchte uns doch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, Frau Rita Hagl-Kehl (MdB). Die Politikerin nahm sich viel Zeit für die Schülerinnen und Schüler. Sie berichtete zunächst über ihren eigenen Werdegang – Frau Hagl-Kehl stammt ja aus unserem Heimatlandkreis – und schilderte Ihren Weg von der Ausbildung zur Damenschneiderin über ihre Tätigkeit als Lehrerin bis hin zu ihrer beeindruckenden politischen Karriere.

Gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern sprach die Staatssekretärin anschließend eine Reihe wichtiger europapolitischer Themen an. Dazu zählten etwa die letzten Wahlen zum Europäischen Parlament. Die Wahlbeteiligung war hier leider überschaubar. Deshalb sei es so wichtig, vor allem auch jungen Menschen die Bedeutung der EU klar zu machen, meinte Frau Hagl-Kehl. Sehr viele unserer Gesetze beruhten schließlich auf EU-Richtlinien. Groß war auch das Interesse der Schüler beim Thema „Green Deal“. Der Versuch, den Plastikverbrauch einzuschränken, ist in Ansätzen bereits erfolgreich: Plastiktüten werden kaum mehr verwendet, Wattestäbchen werden nicht mehr aus Kunststoff hergestellt usw. Dies sei jedoch erst der Anfang, hieß es von der Staatssekretärin. Die Politikerinnen und Politiker seien dran, weitere Gesetze zu entwerfen, welche den Kunststoffverbrauch nochmals reduzieren sollten. Außerdem gäbe es eine Reihe von Projekten von etlichen Startups, in denen erforscht würde, ob und wie Alternativen zu Plastik eingesetzt werden könnten.

Das immer noch aktuelle Thema „Brexit“ zeigt, welche Folgen der Austritt aus der EU für alle Beteiligten haben kann. Frau Hagl-Kehl wies unter anderem auf die Probleme an den Grenzen hin, die sich durch den Austritt Großbritanniens deutlich verschärft hätten und die den Handel wesentlich erschwerten. Am Ende der Veranstaltung, die vielen Beteiligten als zu kurz erschien, war allen Schülerinnen und Schülern bewusst geworden, dass Politik durchaus interessant und spannend sein kann. Vor allem auch die Beschäftigung mit Europa führte allen vor Augen: Die angesprochenen Themen betreffen uns und es macht Sinn, sich damit auseinanderzusetzen! Das Interesse und das Engagement der Schülerinnen und Schüler zeigten, dass Frau Hagl-Kehl den richtigen Ton getroffen hatte. Schließlich waren sich alle einig, dass diese Veranstaltung unbedingt wiederholt werden sollte!

Autor:

Dieser Bericht wurde verfasst von Raffael Pauli, Schüler der BS Waldkirchen (BGJ Holz).