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Frischer Wind in Auerbach. Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl (SPD) informiert sich beim neuen Bürgermeister

Auerbach, Deggendorf, 06.08.2020: Die SPD-Abgeordnete des Wahlkreises Deggendorf, Parlamentarische Staatssekretärin und MdB Rita Hagl-Kehl, informiert sich mit einer Reihe von Besuchen bei den Bürgermeistern ihres Wahlkreises. Zuletzt traf sie Gerhard Weber (SPD), der im Mai diesen Jahres als ehrenamtlicher Bürgermeister von Auerbach vereidigt wurde.

Gelassene Ernsthaftigkeit, aber auch viel Energie strahlt Gerhard Weber aus, als er die Parlamentarische Staatssekretärin an seinem Amtssitz empfängt. Der erfolgreiche Unternehmer, der einen örtlichen Betrieb mit 13 Angestellten leitet, hatte sich in der Kommunalwahl im März mit deutlichem Stimmenvorsprung gegen Christoph Spann von den Freien Wählern durchgesetzt. Der bisherige Amtsinhaber, Gerhard Strasser (FW), trat nach 18 Jahren als Bürgermeister nicht erneut zur Wahl an. Es ist damit das erste Mal, dass ein Bürgermeister mit SPD-Parteibuch der 2150-Seelen-Gemeinde in der Nähe von Hengersberg vorsteht.

Über einen Mangel an Arbeit braucht sich der neue Bürgermeister derzeit wahrlich nicht zu beschweren. Neben seinen Aufgaben in Auerbach ist er als ebenfalls frisch gewählter Vizechef des gemeindeübergreifenden Interessenverbandes ILE Sonnenwald tätig. Auch hier möchte er die Dinge vorantreiben, insbesondere was den Bereich Tourismus angeht. Was bewegt einen selbst-ständigen Unternehmer, diese Belastungen auf sich zu nehmen? „Ich wollte halt, dass etwas getan wird“ sagt Weber, und lässt dabei erkennen, das er noch so einiges vorhat.

Vor allem interessiert sich die Bundestagsabgeordnete Rita Hagl-Kehl dafür, welche konkreten Ziele sich die Gemeinde und ihr Bürgermeister gesetzt haben. Auerbach kann dabei von einer guten Basis ausgehen, denn man ist komplett schuldenfrei. Die Grundschule im Ort, der Kindergarten, mit laufend 80-100 Kindern, das sind Dinge die zu erhalten Gerhard Weber sehr am Herzen liegt.

Die kurzen Wege und die persönliche Nähe sind unser Mehrwert für die Bürger.

Bürgermeister Weber

Es stehen Planungen zur Erweiterung der Flächennutzung für Gewerbe und Wohnungsbau an, denn „Baugebiete sind wichtig für Familien“, so der Bürgermeister. Die Gemeinde müsse aber immer auch auf einen Interessenausgleich zwischen Gewerbe und Landwirtschaft achten.

Der ländliche Raum biete hohe Lebensqualität, da sind sich beide einig, und gerade die Corona-Krise habe dies sehr deutlich aufgezeigt. Die Attraktivität der außerstädtischen Lebensräume für die Bürger zu erhalten müsse sowohl bei den Gemeinden als auch auf der Landesebene wichtiges Ziel bleiben. Für Bürgermeister Weber gehört dazu auch, beim lückenlosen Ausbau des Glasfasernetzes Druck zu machen, um die Leistungsfähigkeit des Gewerbes im ländlichen Raum zu stärken und die Möglichkeiten für Arbeitnehmer auf dem Land zu verbessern. 

Wir wollen Zeit, die bei den Fahrtwegen eingespart wird, in Lebensqualität verwandeln.

Bürgermeister Weber

Zugleich werde regionale Mobilität weiter eine wichtige Rolle spielen, und auch hier gibt es schon Erfolge. Die Ortsumgehung der B533 für Auerbach ist als vordringlicher Bedarf in den Bundesverkehrswegeplan 2030 aufgenommen worden. Damit ist zugleich die Finanzierung gesichert, so dass dieses Vorhaben auch wirklich realisiert wird und es nicht nur bei den Plänen bleibt. Eine wichtige Rolle spielte es, dass Rita Hagl-Kehl von der SPD als Verhandlungsführerin für Bayern in den Bundesverkehrsausschuss entsandt worden war. 

Es war mir ein besonderes Anliegen, dieses Projekt durchzusetzen!

Rita Hagl-Kehl

Es wäre wohl sonst nicht so bald zustande gekommen. Auch der sechsspurige Ausbau der A3 zwischen Passau und dem Kreuz Deggendorf war ursprünglich nicht in der Planung des Bundes vorhanden. Die nachträgliche Anmeldung dieses Vorhabens geht ebenfalls auf die Durchsetzungskraft der Staatssekretärin zurück.

Das Gewerbesteueraufkommen ist gleichbleibend, der ländliche Mittelstand erweist sich als weitgehend krisenfest. Sorge bereitet dem neuen Bürgermeister dennoch die mögliche Entwicklung der Kreisumlage, denn der Landkreis ist vergleichsweise hoch verschuldet. Auch die zukünftige Verfügbarkeit staatlicher Fördermittel, nach den zu erwartenden wirtschaftlichen Schäden durch Corona, sieht er eher kritisch. Die ländlichen Gemeinden seien ganz klar auf Förderung angewiesen, betonte er. Denn aus dem laufenden Haushalt allein könnetn sie größere Vorhaben nicht finanzieren. Und da pflichtet ihm die Staatssekretärin vollauf bei.

Es ist unsere Aufgabe als Staat, Anschubfinanzierung zu leisten. Jeder Euro Förderung zieht im Durchschnitt weitere vier Euro private Investitionen nach sich."

Rita Hagl-Kehl

Selbst wenn die Corona-Krise in den kommenden Jahren ihre Spuren auch bei den Gemeinden hinterlassen werde, so sei als positive Seite doch auch eine Normalisierung der Preisentwicklung, insbesondere des Immobilienmarktes zu sehen, meint der Bürgermeister. Auerbach gehe es gut, die Gesamtlage bleibe für die Gemeinde stabil: „Wir können wertschätzen, wie gut wir es haben“. Dies auch in Zukunft zu sichern, sei seine Zielsetzung.

Und diese Ziele für den ländlichen Raum werde ich auf Bundesebene nachdrücklich unterstützen.

Rita Hagl-Kehl