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Rita Hagl-Kehl im Rosenium Sankt Oswald

Anlässlich der bundesweiten Aktion „Praxis für Politik“ besuchte Rita Hagl-Kehl, SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin, das Alten-Pflegeheim Rosenium in Sankt Oswald und unterstützte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Tag bei ihrer Arbeit.

Jeder muss sich, je nach den Gegebenheiten, ambulante oder stationäre Pflege leisten können. Gleichzeitig braucht es vernünftige Löhne für unsere Pflegekräfte.

Rita Hagl-Kehl

Die Aktion „Praxis für Politik“, organisiert vom Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi), zielt darauf ab, dass Politikerinnen und Politiker Praxiserfahrungen in unterschiedlichsten Berufsfeldern sammeln. Dabei werden den Abgeordneten in verschiedenen Branchen Praktika vermittelt, zum Beispiel im Landschaftsbau, im Einzelhandel, in der Kinder- und Jugendhilfe oder in der Altenpflege. „Ich habe mich in diesem Jahr für ein Praktikum in einem Pflegeheim entschieden, da die Reformierung des Pflegesystems in Deutschland eine der zentralen politischen Herausforderungen in den kommenden Jahren ist. Jeder muss sich, je nach den Gegebenheiten, ambulante oder stationäre Pflege leisten können. Gleichzeitig braucht es vernünftige Löhne für unsere Pflegekräfte“, so Rita Hagl-Kehl zu Beginn im Rahmen eines kurzen Austauschs mit dem Geschäftsführer der Rosenium GmbH Dr. Siegfried Schmidbauer und der Leiterin des Pflegeheims in St. Oswald Nadine Lang. 

 Unter anderem der hohe zeitliche und finanzielle Bürokratieaufwand stellt für uns dabei eine immense Herausforderung dar.

Dr. Siegfried Schmidbauer

Die Rosenium GmbH betreibt mittlerweile 22, überwiegend kleinere, Pflegeheime und einen ambulanten Pflegedienst im Bayerischen Wald, wodurch es vielen Menschen ermöglicht wird, weiter in ihrer Heimat zu wohnen. „Wie viele andere Pflegeeinrichtungen kämpfen auch wir vor allem mit zwei Problemen: der Kostendeckung und der Suche nach geeignetem Personal. Unter anderem der hohe zeitliche und finanzielle Bürokratieaufwand stellt für uns dabei eine immense Herausforderung dar“, kritisierte Siegfried Schmidbauer. Die oftmals öffentliche und pauschale Kritik, als privatwirtschaftlich betriebenes Unternehmen spare man deshalb vor allem am Personal, wies Schmidbauer zurück: „Ich denke, wir zahlen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen angemessenen Lohn und bieten ihnen vernünftige Arbeitsbedingungen, was die geringe Personalfluktuation in unseren Einrichtungen zeigt. Zudem beschäftigen wir hauptsächlich Menschen aus der unmittelbaren Umgebung und sparen auch nicht an der Gesamtzahl der Angestellten.“ Insgesamt kämen zum Bespiel in St. Oswald derzeit auf 24 Patienten 27 Mitarbeiter, so Schmidbauer weiter. Dazu Rita Hagl-Kehl: „Wir stehen grundsätzlich für eine Endkommerzialisierung unseres Gesundheitssystem und werden verhindern, dass private Investoren Gewinne auf Kosten der Patienten und der Pflegekräfte abschöpfen. Dass das nicht pauschal in allen privaten Einrichtungen der Fall ist, kann man am Beispiel der Rosenium GmbH sehen. Die steigende Zahl an Pflegebedürftigen führt aber generell in Pflegeeinrichtungen jeglicher Art zu immer höheren Kosten und einem sich verstärkendem Personalmangel. Damit diese Kosten nicht an den Patienten hängen bleiben, braucht es einige grundsätzliche Veränderungen in unserem Pflegeversicherungssystem“, betonte Rita Hagl-Kehl. Die schrittweise Deckelung der Kosten für die Pflegebedürftigen, die durch die Reform des CDU-geführten Gesundheitsministeriums beschlossen worden ist, sei noch zu wenig. „Statistisch bleibt ein Patient durchschnittlich ein Jahr in der stationären Pflege. Dass gerade im ersten Jahr der größte Anteil an den Pflegekosten übernommen werden muss, bevor dieser in den Folgejahren sinkt, muss geändert werden“, bekräftigte Rita Hagl-Kehl. Im Anschluss an das Gespräch begleitete Rita Hagl-Kehl die Angestellten dann bei ihrer täglichen Arbeit im Rosenium. Dazu zählte unter anderem auch die gemeinsame Beschäftigung mit den Senioren. „Es ist schön zu sehen, dass man sich hier Zeit für die Menschen nimmt, zum Beispiel mit unterschiedlichen Programmen, Aktionen und Spielen“, sagte Rita Hagl-Kehl abschließend.