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Rita Hagl-Kehl und Landtagsabgeordnete Ruth Müller beim Maskenhersteller Zettl in Weng

Auf einmal musste alles ganz schnell gehen. Im März letzten Jahres kam der erste Lockdown. Für zahlreiche Unternehmen hieß das, von heute auf morgen keine Aufträge mehr, das Arbeitsvolumen auf Null, die Wirtschaft im Stillstand. Aus der Not heraus hatte Matthias Zettl, einer der Geschäftsführer der familiengeführten Zettl-Group, die Idee, sein Unternehmen auf Maskenfertigung umzustellen. Eine Woche dauerte es, bis die erste Atemschutzmaske in Weng vom Band lief. Seitdem hat sich viel getan. Im Gegensatz zu unzähligen anderen Unternehmen hat die Zettl-Group weitere Mitarbeiter ein- statt ausgestellt und es wird weiterhin nach Verstärkung gesucht. Seit dem vergangenen Freitag ist nun auch der Online Shop eröffnet worden, über den die FFP2-Masken nun, neben zahlreichen Apotheken, auch übers Internet bezogen werden können. Ein Vertriebsweg, der die Reichweite des Produktes natürlich signifikant erweitert. „Es war natürlich eine Riesen-Herausforderung, die nur mit dem unglaublichen Einsatz der Mitarbeiter, sowie der Solidarität und Hilfsbereitschaft aller Lieferanten und Beteiligten zu bewältigen war“, erklärt Matthias Zettl den beiden Politikerinnen aus Bundes- und Landtag. 

Made in Germany ist der Bevölkerung angesichts der neuesten Meldungen um qualitativ mangelhafte und somit wirkungslose Masken enorm wichtig.

Rita Hagl-Kehl

„Wenn es ernst wird, kann auf einmal alles ganz schnell gehen“, erzählt Matthias Zettl weiter. Statt der üblichen monatelangen Wartezeit, wurden Maschinen und Anlagen in kürzester Zeit geliefert und so kam es, dass mitten in Niederbayern im März letzten Jahres die erste in Europa zertifizierte CPA-Maske – einer Vorstufe der heutigen FFP2-Maske – hergestellt wurde. Seit Anfang Dezember 2020 produziert das Unternehmen nun auch FFP2-Masken. Durch die bayerische, beziehungsweise deutsche Entwicklung und Produktion von Atemschutzmasken mit einem hohen Qualitätsstandard Deutschland ein stückweit unabhängig vom Weltmarkt zu machen, das sei die Zielsetzung des Unternehmens. Daher kommen sämtliche Komponenten, von den Anlagen bis zu den benötigten Materialien aus Deutschland, außerdem arbeite die Zettl-Group für die Fortentwicklung und Optimierung der Masken mit der LMU und TU München, sowie weiteren Institutionen aus Wissenschaft, Medizin und Forschung zusammen. Die Zertifizierung erfolgt ausschließlich über die in Deutschland ansässige DEKRA und das Hohenstein Institut. Die parlamentarische Staatssekretärin begrüßt dieses Konzept: „Made in Germany ist der Bevölkerung angesichts der neuesten Meldungen um qualitativ mangelhafte und somit wirkungslose Masken enorm wichtig“. 

Hier sieht man, wie auch im Bereich Digitalisierung, wie durch Tatkräftigkeit und Solidarität ein regelrechter Innovations- und Entwicklungsschub durch unser Land geht.

Ruth Müller

Dass die Pandemie nicht ausschließlich Negatives mit sich bringt, stimmt die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller optimistisch für die Zukunft: „Hier sieht man, wie auch im Bereich Digitalisierung, wie durch Tatkräftigkeit und Solidarität ein regelrechter Innovations- und Entwicklungsschub durch unser Land geht“. Auch in der Entsorgungsfrage geht Matthias Zettl mit seinem Unternehmen neue Wege. Aktuell lasse er gerade untersuchen, wie die Umweltbelastung aufgrund der begrenzten Tragezeit und den daraus resultierenden hohen Verbrauch möglichst minimiert werden kann. Sei Ziel auf lange Sicht sei es, benutzte Masken wieder einzusammeln und zu recyceln. Um in der Entsorgungsfrage zu unterstützen, will Ruth Müller beim Umweltministerium Informationen einholen. „Die Zettl-Group leistet Pionierarbeit bei der Fertigung sicherer und qualitativ hochwertiger Masken. Hier muss die Politik wo sie nur kann unterstützend tätig werden“, findet Müller.

Ein großes Anliegen des Maskenherstellers, bei dem sich auch Ruth Müller und Rita Hagl-Kehl in der Pflicht sehen, sei die bessere Aufklärung des Endverbrauchers bezüglich der FFP2-Masken. Natürlich sei es für viele Haushalte eine finanzielle Belastung, jedoch hält Matthias Zettl die Wiederverwendung bereits getragener Masken für sehr bedenklich. Weiterhin müsse besser über die korrekte Trageweise mit möglichst gänzlicher Abdichtung aufgeklärt werden, wenn die FFP2-Maskenpflicht in Bayern tatsächlich zu mehr Schutz für alle beitragen soll. Weiterhin plädiert er für einheitliche deutschlandweite Standards und eine transparente Offenlegung über Herkunft, Transportwege und Zertifizierungsort der Masken. Damit sei auch das Risiko geringer, wirkungslose Masken zu bekommen. Matthias Zettl sieht eine möglichst rasche Verteilung des Impfstoffes und gute Masken als das beste Mittel im Kampf gegen die Pandemie. „Das Thema Masken wird uns noch lange begleiten. Umso wichtiger ist es, die Bevölkerung fundiert aufzuklären. Als parlamentarischen Staatssekretärin für Verbraucherschutz nehme ich diese Aufgabe mit ins Ministerium nach Berlin“, bedankt sich Rita Hagl-Kehl für die ausführlichen Informationen und den die anschließende Besichtigung der Fertigungsanlagen bei Matthias Zettl.