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Rita Hagl-Kehl (MdB) und Ruth Müller (MdL) im Gespräch mit der Bayerischen Milchindustrie über die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest auf die landwirtschaftlichen Produktionsketten

Wie alles mit allem zusammenhängt

Foto (v.l.n.r.): Dr. Thomas Obersojer (Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Milchindustrie eG), Rita Hagl-Kehl, Ruth Müller, Winfried Meier (Geschäftsführender Vorstand der BMI)

„Momentan kommt es schon besonders dick“, leitete der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Milchindustrie eG mit Verwaltungssitz in der Stadt Landshut, Dr. Thomas Obersojer, seine Ausführungen an die beiden SPD Politikerinnen Rita Hagl-Kehl und Ruth Müller ein. Einerseits sind es die großen finanziellen Einbußen, die sich durch die Rolle als Zulieferer der vom Lockdown stillgelegten Gastronomie für die Molkereigenossenschaft ergeben, die kompensiert werden müssen und die, wie für so viele solide Betriebe seit März diesen Jahres einen erheblichen Umsatzrückgang bedeutet haben. Andererseits bedrohen bereits die möglichen Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest auf den Schweinemarkt die zukünftige Konsolidierung in der Post-Corona-Zeit. Die BMI produziert an sieben Standorten in Bayern und Sachsen-Anhalt und trägt als genossenschaftliche Vereinigung über 1200 Milchbauern als Zulieferbetriebe.

Sollte sich durch die Afrikanische Schweinepest ein Rückgang der Hausschweinbestände ergeben, fallen wichtige Verwertungswege für unsere Nebenprodukte weg.

Winfried Meier

Seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im in Brandenburg vor drei Monaten ist die Gefahr eines Auftretens in Bayern ebenfalls in greifbare Nähe gerückt. Wirtschaftlich wäre mit umfassenden Handelsbeschränkungen bei lebenden Tieren, aber auch bei deren Fleisch und verarbeiteten Produkten zu rechnen und in der Folge mit einem Rückgang der Schweinebestände. Da die Verwertung hochwertiger Nebenprodukte der Milchindustrie in der Schweinemast, wie etwa Sauermolke und Permeatmelasse, eine entscheidende Verwertungssäule für die Milchanlieferung darstellt, ergäbe sich hieraus eine direkte Konsequenz auf die Milchproduktion. „Sollte sich durch die Afrikanische Schweinepest ein Rückgang der Hausschweinbestände ergeben, fallen wichtige Verwertungswege für unsere Nebenprodukte weg“, so Geschäftsführender Vorstand der BMI, Winfried Meier. „Wir vergeben pro Tag drei LKW Ladungen voll mit Permeatmelasse an die Schweinezucht“, erklärte Vorstandsvorsitzender Dr. Obersojer den beiden Politikerinnen, „die landwirtschaftliche Produktionskette ist ein geschlossener Kreislauf und außer der Schweinemast gibt es für Sauermolke und Permeatmelasse derzeit keinen geregelten Verwertungsweg.“ 

Die rechtliche Klärung für die Zulassung einer zweiten Entsorgungssäule der Milchnebenprodukte muss sorgfältig vorbereitet werden.

Rita Hagl-Kehl

Um eine praktikable Lösung für den Fall der Fälle parat zu haben, hat sich die BMI daher rechtzeitig mit der Politik in Verbindung gesetzt. „Ich freue mich, dass wir hierzu früh genug ins Gespräch kommen können“, lobte die Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Justiz und  für Verbraucherschutz, Rita Hagl-Kehl, das Engagement der BMI Führung, „die rechtliche Klärung für die Zulassung einer zweiten Entsorgungssäule der Milchnebenprodukte, etwa über die Vergärung in Biogasanlagen, muss sorgfältig vorbereitet werden, um als Notfallplan einsatzfertig in der Schublade zu liegen, wenn der Ernstfall eintreten sollte.“

Wir sind uns einig, dass die beste Verwertung der hochwertigen Nebenprodukte der Milchverarbeitung die Verfütterung ist.

Ruth Müller

„Wir sind uns einig, dass die beste Verwertung der hochwertigen Nebenprodukte der Milchverarbeitung die Verfütterung ist“, fasste Ruth Müller den Konsens der Gesprächsrunde zusammen, „wir werden aber selbstverständlich unsere politischen Möglichkeiten nutzen, um alternative Verwertungswege in Biogasanlagen, kommunalen Faultürmen oder durch ein zeitlich begrenztes Ausbringen auf geeigneten Ackerflächen zu überprüfen.“