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Zu Besuch in Bad Abbacher Klinik

(Foto v.l.n.r.: Dr. Joachim Ramming, Rita Hagl-Kehl, Dr. Matthias Wokittel)

Das deutsche Gesundheitssystem steht weiterhin unter den gewaltigen Belastungen durch die Corona-Pandemie. Vor allem Krankenhäuser kämpfen nach wie vor mit den Auswirkungen des Coronavirus, so müssen zum Beispiel wieder immer mehr Corona-Patienten intensivmedizinische behandelt werden. Zudem entsteht durch konsequente Hygienemaßnahmen und die strikte Trennung von Covid- und normalen Patienten zusätzlicher Mehraufwand sowie weitere finanzielle Zusatzausgaben. In der Asklepios Klinik Bad Abbach erkundigte sich Rita Hagl-Kehl über die aktuelle Lage sowie die Sorgen und Probleme in der Branche.

Eine Situation in unseren Krankenhäusern wie zu Beginn dieses Jahres muss deshalb unbedingt verhindert werden.

Rita Hagl-Kehl

„In den Normalbetrieb werden wir dieses Jahr definitiv nicht mehr wechseln können“, betonte Dr. Joachim Ramming, Regionalgeschäftsführer der Asklepios Kliniken in Bayern, bereits eingangs im Angesicht wieder kontinuierlich steigender Infektionszahlen. Die Asklepios Kliniken GmbH zählt in Deutschland zu einem der größten privaten Krankenhausbetreibern mit insgesamt mehr als 160 medizinischen Einrichtungen in 14 Bundesländern. „Die Corona-Krise belastet unser Gesundheitssystem nach wie vor außergewöhnlich. Wir befinden uns mittlerweile in der von vielen befürchteten dritten Welle. Eine Situation in unseren Krankenhäusern wie zu Beginn dieses Jahres muss deshalb unbedingt verhindert werden“, bekräftigte auch Rita Hagl-Kehl.

Derzeit sind viele Krankenhäuser am Maximum.

Dr. Joachim Ramming

Bereits vor dem Betreten der Klinik wird deutlich, welcher zusätzliche Aufwand durch das Coronavirus betrieben werden muss: Jeder Besucher muss am Eingang einen Corona-Schnelltest durchführen, Mitarbeiter mindestens einmal pro Woche. „Wir versuchen alles, um einen Ausbruch in unserer Klinik zu verhindern und unsere Patienten und Mitarbeiter zu schützen. 100-prozentige Sicherheit gibt es aber nicht“, so Dr. Matthias Wokittel, Geschäftsführer in Bad Abbach. Und auch der Dr. Ramming bestätigt: „Unsere Kliniken in Deutschland müssen zusätzliche Kapazitäten freihalten, ganze Stationen für die Behandlung von Corona-Patienten bereitstellen, zusätzliche Hygienekonzepte entwickeln und im Normalbetrieb Behandlungen verschieben. Derzeit sind viele Krankenhäuser am Maximum, sowohl in organisatorischer und personeller, als auch in finanzieller Hinsicht.“ Ähnlich ist die Lage in den meisten Kliniken in Niederbayern und Deutschland, gleich ob staatlich oder privatwirtschaftlich finanziert.

Unser wichtigstes Ziel muss es immer noch sein, den Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern.

Rita Hagl-Kehl

Um die Krankenhäuser finanziell zu unterstützen wurde deshalb bereits im Frühjahr 2020 das Krankenhausentlastungsgesetz verabschiedet. „Mit den Schutzschirmregelungen konnten wir im vergangenen Jahr die Krankenhäuser finanziell unterstützen und die Versorgung der Patienten sicherstellen. So erhielten die Kliniken unter anderem durch die Freihaltepauschale Ausgleichzahlungen für freigehaltene Betten“, so Rita Hagl-Kehl. Die pauschale öffentliche Kritik, dass private Krankenhausbetreiber so mehr Geld erhielten als notwendig, wies Dr. Wokittel zurück: „Bis wir irgendwann wieder in den Normalbetrieb gehen können, brauchen wir weitere finanzielle Hilfe. Ansonsten ist bei vielen unserer Kliniken der Weiterbetrieb gefährdet.“ Um den Krankenhäusern hier wirtschaftliche Planungssicherheit zu ermöglichen, arbeitet die Bundesregierung deshalb bereits an der Verlängerung der finanziellen Hilfen, die nun durch eine neue Verordnung auf den Weg gebracht worden sind. „Inzwischen befinden wir uns in der dritten Welle. Unser wichtigstes Ziel muss es immer noch sein, den Kollaps unseres Gesundheitssystems zu verhindern“, betonte Rita Hagl-Kehl.